Kaufland Händler werden: Voraussetzungen, Gebühren und Ablauf
Was Kaufland für ein Händlerkonto verlangt, was es kostet und in welcher Reihenfolge die Einrichtung sinnvoll ist, aus dem Betrieb eines eigenen Kontos.
Was Kaufland Global Marketplace ist
Kaufland betreibt seine Online-Marktplätze unter einem Dach: Mit einer Registrierung können Händler auf acht Länderseiten verkaufen, Kaufland.de, Kaufland.at, Kaufland.fr, Kaufland.it, Kaufland.es, Kaufland.pl, Kaufland.cz und Kaufland.sk. Nach der Freischaltung wählt der Händler, welche Länder er bedient. Der Händler ist Vertragspartner des Kunden und stellt die Rechnung; die Zahlungsabwicklung und den ersten Kundenkontakt übernimmt Kaufland. So beschreibt es Kaufland auf seiner Händlerseite, Stand 28. September 2026.
Wir betreiben ein eigenes Händlerkonto bei Kaufland, mit Bestell- und Bestandsabgleich alle fünfzehn Minuten aus dem eigenen System. Was hier steht, kommt aus diesem Betrieb und aus den öffentlichen Angaben von Kaufland.
Voraussetzungen und Unterlagen
Für die Registrierung verlangt Kaufland Angaben zu den Unternehmensvertretern, zu den wirtschaftlich Berechtigten und den Beteiligungsverhältnissen, steuerliche Angaben und Angaben zum Sortiment. Bei den Steuerdaten ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Firmensitzes Pflicht; sitzt das Unternehmen im Ausland, kommt eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Marktplatzlandes oder eine OSS-Registrierung dazu. Je nach Rechtsform sind Dokumente beizubringen, etwa der Gewerbeschein oder der Handelsregisterauszug.
Aus dem Betrieb kommen drei weitere Voraussetzungen, die auf keiner Checkliste stehen, aber über den Start entscheiden. Erstens eine EAN je Artikel, denn Kaufland ordnet Angebote über die EAN einer Produktseite zu; ohne EAN gibt es kein Angebot, mit einer fremden EAN das falsche. Zweitens vollständige Produktdaten: Kategorie, Attribute, Bilder und Texte, die zur Kaufland-Kategorie passen. Drittens ein Versand- und Retourenprozess, der die zugesagte Lieferzeit hält, denn Stornos und verspätete Lieferungen schlagen auf die Händlerbewertung durch.
Was es kostet
Kaufland verlangt eine feste monatliche Grundgebühr, die für alle Kaufland-Marktplätze zusammen gilt: das Paket Basic für 39,95 € und das Paket Plus für 59,95 € im Monat, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer, monatlich wechselbar und jederzeit kündbar. Dazu kommt eine Provision je Kategorie auf den Bruttopreis einschließlich Versandkosten, in einer Spanne von 7 bis 16 Prozent; für die meisten Kategorien gelten 13 Prozent. Die Zahlen stammen von der Konditionenseite von Kaufland, geprüft am 24. September 2026. Die vollständige Rechnung mit Versand, Retoure, Werbung, Produktdaten und Kapital steht in unserem Beitrag Was ein Kaufland-Listing wirklich kostet.
Der Ablauf in fünf Schritten
1. Registrierung
Registrierung auf der Händlerseite von Kaufland mit den genannten Angaben und Dokumenten. Wer die Unterlagen vorher zusammenstellt, spart die Nachfragen, die den Start am häufigsten verzögern.
2. Prüfung und Freischaltung
Kaufland prüft die Angaben und schaltet das Konto frei. Eine feste Frist nennt Kaufland auf seiner Händlerseite nicht; vollständige Unterlagen verkürzen die Prüfung.
3. Sortiment und Produktdaten
Artikel mit EAN anlegen, Kategorien und Attribute füllen, Bilder und Texte hinterlegen, per Datei, Schnittstelle oder über einen Technologiepartner; die Wege beschreibt die Seite Marktplatz-Anbindung. Gibt es die Produktseite schon, hängt sich das Angebot daran; Bilder und Texte gehören dann nicht Ihnen allein.
4. Versand, Retouren, Preise, Länder
Versandkosten und Lieferzeiten je Land, eine Rücksendeadresse, die Preise je Land und die Auswahl der Marktplätze. Die Provision fällt auf den Bruttopreis einschließlich Versandkosten an, deshalb gehören die Versandkosten in die Preisrechnung.
5. Betrieb
Bestellungen annehmen, innerhalb der zugesagten Zeit versenden, Sendungsnummern melden, Kundenanfragen beantworten, Retouren abwickeln, Abrechnung prüfen. Ab hier zählt die Händlerbewertung.
Wo es in der Praxis hakt
Die häufigsten Bremsen sind Produktdaten, nicht das Konto: fehlende oder falsche EAN, leere Pflichtattribute, Bilder unter der Mindestgröße. Danach kommen Preise, die ohne Versandkosten und ohne Provision kalkuliert wurden, und Bestände, die nur wöchentlich laufen und Stornos erzeugen. Wer in mehreren Ländern verkauft, braucht die Umsatzsteuer je Land oder das OSS-Verfahren, bevor die erste Bestellung aus Österreich oder Polen kommt.
Eigenes Konto oder über Brand Palace
Ein Hersteller oder Händler kann ein eigenes Kaufland-Konto führen, das wir als Marktplatz-Agentur einrichten und betreuen, oder seine Artikel über unser Händlerkonto verkaufen. Beim eigenen Konto gehören Bewertungen und Verkaufshistorie Ihnen, und Sie sind Vertragspartner der Kunden. Über unser Konto starten Sie ohne Registrierung und ohne Grundgebühr; wir kaufen jeden Artikel mit der Bestellung bei Ihnen an, Sie versenden aus Ihrem Lager oder wir aus unserem. Wie das läuft, steht auf der Seite Dropshipping-Partner.
Fragen, die vor der Registrierung kommen
Brauche ich eine deutsche Firma?
Nein. Kaufland verlangt bei Sitz im Ausland eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Marktplatzlandes oder eine OSS-Registrierung, dazu die Dokumente zur Rechtsform.
Kann ich nur in Deutschland verkaufen?
Ja. Die Grundgebühr gilt für alle Kaufland-Marktplätze, welche Länder Sie bedienen, wählen Sie nach der Registrierung selbst.
Lohnt sich Kaufland neben Amazon?
Für viele Sortimente ja, weil die Produktdaten weitgehend wiederverwendet werden und es je Produkt meist weniger Anbieter gibt. Ob es sich rechnet, entscheidet die Kategorie und damit die Provision. Die Kanalrechnung zeigt es vor dem Start. Der dritte Kanal ist OTTO: OTTO Marktplatz: Partner werden.
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